Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auch in diesem Jahr darf ich Euch die solidarischen Grüße des Amazon-Betriebsrats in Rheinberg überbringen.

Im letzten Jahr durfte ich das erste Mal zu Euch sprechen. Damals war unser Betriebsrat gerade gewählt und unsere Tätigkeit stand ganz am Anfang. Ich habe Euch damals versprochen, dass wir alles versuchen würden, gute Betriebsratsarbeit abzuliefern.

Heute kann ich Euch berichten, dass wir dieses Versprechen eingehalten haben: Wir haben für unsere Kolleginnen und Kollegen einiges erreicht. So konnten wir z.B. Betriebsvereinbarungen zur Arbeitszeitgestaltung und Überstundenregelung abschließen, die deutliche Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen bedeuten.

In vielen Einzelfällen konnten wir unseren Kolleginnen und Kollegen wirksam und effektiv zur Seite stehen. Die Zahl der unbefristeten Arbeitsverträge ist seit unserem Amtsantritt von ca. 30% auf über 50% gestiegen. Es geht also voran.

Leider noch ungelöst ist der derzeitige Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft und Amazon.

Seit nunmehr über einem Jahr kämpfen unsere Kolleginnen und Kollegen in Bad Hersfeld und Leipzig dafür, dass die Amazon-Beschäftigten einen Tarifvertrag bekommen.

Dieses Durchhalten, dieses immer wieder aufs Neue Flagge zeigen, verdient unseren allerhöchsten Respekt.

Wir Gewerkschafter wollen einen Tarifvertrag, der nach den Bedingungen des Einzel-, bzw. Versandhandels verbindliche Standards schaffen soll.

Und seit über einem Jahr verweigert sich Amazon, seiner Verantwortung nachzukommen, um in konstruktiven Gesprächen eine gemeinsamen Lösung zu finden.

Ganz im Gegenteil: Die Verantwortung wird derzeit auf die Beschäftigten abgewälzt. Es besteht der Eindruck, dass Amazon die Spaltung der Belegschaft in ver.di- Anhänger und Gegner sehr genüsslich verfolgt.

Übersehen wird hierbei aber, dass auch die ver.di Befürworter aktive und fleißige Mitarbeiter von Amazon sind.

Es ist nämlich nicht so, dass die, die sich für einen Tarifabschluss einsetzen, deshalb automatisch gegen ihren Arbeitgeber sind. Diese Kolleginnen und Kollegen geben sich nur nicht mit dem zufrieden, was ihnen ihr Arbeitgeber einseitig diktiert. Sie wollen, dass Ihr Arbeitseinsatz wertgeschätzt wird. Sie wollen nicht nur den Profit von Amazon sichern, sondern über ihren Anteil mitbestimmen. Der Umgang der Arbeitgeber mit den Interessen der Belegschaft prägt ganz entscheidend das soziale Klima im Betrieb. Und wenn Amazon glaubt, dass der Kampf bereits gekämpft sei, so kann ich nur sagen: Täuscht Euch nicht! Ich bin mir sicher, dass früher oder später die Beschäftigten an anderen Standorten den Kampf um einen Tarifvertrag unterstützen werden. Amazon hat mit seiner Entscheidung Standorte in Deutschland zu haben, eben auch zu akzeptieren, dass die meisten Arbeitsbedingungen hier durch kollektive Regelungen, nämlich durch Tarifverträge geregelt werden. Tarifverträge bedeuten Schutz und Sicherheit. Kolleginnen und Kollegen: Wer dies verweigert, muss mit dem Widerstand der Beschäftigten rechnen.

Und wer weiterhin von Amazon-Seite, wie erst in jüngster Zeit geschehen, Äußerungen wie „ver.di sei keine zeitgemäße Organisation mehr“ in die Welt heraus posaunt, dem kann man eigentlich nur einen Spiegel vorhalten: Das Einzige was nicht mehr zeitgemäß ist, ist die Aussage selbst.

Ich habe es bereits Anfang des Jahres in meinem offenen Brief erwähnt und möchte es gerne an dieser Stelle noch einmal wiederholen:

Wo ständen wir Arbeitnehmer heute, wenn nicht unsere Ur-Großeltern, Großeltern und Eltern für ihre und damit letztendlich auch für unsere Rechte gekämpft hätten? Dinge, die für viele heute als selbstverständlich gelten, mussten mühsam und oftmals durch Streiks erstritten werden.

Und wenn dies auch die Amazon-Beschäftigten tun, dann ist das eben keine Erpressung, wie manche behaupten, sondern dann ist das die Wahrnehmung von grundgesetzlich geschützten Rechten.

Gewerkschafter zu sein bedeutet eben mehr, als das Zusammenkommen von abhängig Beschäftigten. Gewerkschaft bedeutet, die Gemeinsamkeit von vielen Menschen mit ebenso vielen Ideen und einem gemeinsamen Ziel: die Arbeitswelt ein kleines bisschen schöner und gerechter zu machen.

Und wer diese Gemeinsamkeit spalten möchte, der will auch, dass die Schwächeren die Solidarität und den Schutz der Stärkeren verlieren. Und das, liebe Kolleginnen und Kollegen, das gilt es unter allen Umständen zu verhindern. In diesem Sinne: Herzlichen Dank

und Euch allen noch einen schönen 1. Mai.

Glück auf!

  • Gute Rede, insbesondere wie du die Propaganda-Scheinargumente Amazons gezielt widerlegt hast.

    Die Frage ist wie immer, ob du deine bzw. unsere (Ver.dis) Statements bis an die Belegschaft auf der Fläche durchdringen. Was ich da teilweise an abenteuerlichen Aussagen höre...

    Neulich wollte mir ein Kollege erzählen, Amazon und Ver.di würden unter einer Decke stecken. Begründung? Auf der letzten Betriebsversammlung habe Amazon (!) doch alles für Ver.di (!) vorbereitet, das hätten sie wohl kaum getan, wenn sie nicht zusammenarbeiten würden.

    Da kann man sich nur noch an den Kopf fassen.

    Kommentar von: Ruhrpott - 11.05.2014, 20:12
  • Die Betriebsratmitglieder bei Amazon sind Korrupt, setzen sich nicht für die Mitarbeiter ein und stehen auf der Seite des Unternehmens. 50 % der Betriebsratsmitglieder sind auf Koks und tratschen die Ergebnisse der Sitzungen durchs Unternehmen.

    Kommentar von: Lisa Lacher - 15.05.2014, 18:45
  • Halte ich für eine gewagte Aussage. Hast du denn schon mal den BR um Hilfe gebeten und diese nicht bekommen? Oder ist das wieder nur so eine Pauschalaussage Marke "habe ich so gehört"?

    Kommentar von: Ruhrpott - 16.05.2014, 16:19
  • ausgezeichnet

    diese Rede gehört hinter jeden Spiegel der Geschäftsleitungen.
    In Deutschland, Europa und in den USA

    Weiter kämpfen, stehter Tropfen hölt den Stein :-)

    Kommentar von: fliegendes urgestein - 01.06.2014, 15:35
  • Wie's aussieht, ist der Spam-Filter jetzt wohl zu schwach eingestellt. Viagra-Werbung, na wunderbar.

    Kommentar von: Ruhrpott - 03.06.2014, 20:03
  • Admin !!!

    - schützt unseren Blog doch vor diesem Spamschmutz-

    Kommentar von: fliegendes urgestein - 14.06.2014, 06:30
  • Leckerli

    Aber Urgestein, Viagra ist doch in unserem Alter wichtig für die Streikhasis...... Lach

    Kommentar von: Leipziger Amazonier - 14.06.2014, 12:10
  • Mich wundert, dass es seit Wochen konsequent nur diesen einen Beitrag trifft.

    Kommentar von: Ruhrpott - 14.06.2014, 13:27
  • Spamschutz (@fliegendes urgestein)

    Wir haben jetzt einen neuen Spamfilter eingebaut. Ich hoffe das hält den Spam jetzt zuverlässiger ab. Solltet ihr wieder Probleme bekommen, dass eure Kommentare nicht angenommen werden, schreibt doch bitte einen kurzen Hinweis an: .

    Kommentar von: Admin - 15.06.2014, 14:57
  • Spamfilter ist wirkungslos.

    Geht mal lieber der Frage nach, wieso es ausschließlich diesen Beitrag trifft. Das muss doch einen Grund haben.

    Kommentar von: Ruhrpott - 17.06.2014, 11:48
  • Kommentar-Moderation

    Für diesen Artikel werden jetzt erstmal neue Kommentare moderiert. D.h. wenn ihr etwas schreibt, wird es nicht direkt sichtbar werden, sondern erst, wenn wir es freischalten.

    Wenn wir das lang genug getestet haben und sicher sind, dass der Spam-Filter jetzt richtig funktioniert, wird es wieder frei geschaltet.

    Kommentar von: Admin - 18.06.2014, 02:09
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    Kommentar von: - 20.08.2014, 08:02
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    Kommentar von: - 26.08.2014, 11:23
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