Respekt statt Dauerdruck

Leistungs- und Feedbackgespräche

Von Torsten Moog, ver.di-Vertrauensmann, und Claudia, Pickerin

Der Betriebsrat möchte mit der Geschäftsleitung eine Betriebsvereinbarung abschließen, die das Thema Feedback-Gespräche und die Datenerfassung für diese Gespräche sinnvoll regeln soll. Diesen Beschluss fasste der Betriebsrat bereits am 27. März.2014 und untersagte der Geschäftsleitung Feedback-Gespräche bis zum Abschluss einer solchen Betriebsvereinbarung.

Trotzdem liefen die Feedbackgespräche seit März munter weiter. Im Juni hat der Betriebsrat die Anwendung des Konzepts „Change to flow“ zur Erprobung und ausschließlich in den Abteilungen Pack und Pick bis September genehmigt. Alle anderen Leistungs- und Feedbackgespräche wurden vom Betriebsrat noch einmal ausdrücklich untersagt. Dennoch verstieß die Geschäftsführung weiter dagegen (siehe unten).

Häufig wurde das Feedback*Gespräch einfach nur umbenannt. Aber wir wissen alle, was ein Feedback-Gespräch ist.

Von uns Mitarbeitern wird erwartet, dass wir dem Unternehmen und den Führungskräften Respekt entgegen bringen und uns an Regeln halten. Wie respektlos ist es, im Gegenzug Beschlüsse des BR zu ignorieren und einfach so weiterzumachen wie bisher?

Was ist das Ergebnis schlecht durchgeführter Feedback-Gespräche? Unbefristet Beschäftigte fühlen sich im besten Falle genervt, im schlechtesten Falle sind sie derart frustriert, dass sie krank werden. Die hohe Anzahl an Mitarbeitern mit psychischen Beschwerden ist ein deutliches Zeichen.

Die befristet Beschäftigten sind noch in einer schlimmeren Situation. Dauerdruck, geringe Erholungsphasen und die permanente Angst während der Befristung bloß nicht krank zu werden, setzen die Mitarbeiter unter einen schier unmenschlichen Druck.

Unser Appell an die Geschäftsleitung: Respektiert endlich die Beschlüsse des Betriebsrats und führt ohne Betriebsvereinbarung keine weiteren Feedback* Gespräche durch. Nehmt die Anliegen und Vorschläge der Mitarbeiter und Betriebsräte ernst, denn nur gemeinsam wird es eine gute Lösung geben.

Feedback-Gespräche auf der Fläche

Hier ein paar Beispiele selbst erlebter und zugetragener Ereignisse:

Lead zum Packer: „Deine Zahlen sind gut (...) Du bist der fünft Beste der Abteilung (...) gute Leistung, aber die anderen holen langsam auf. Um dich zu behaupten solltest Du noch eine Schippe drauf legen.“

  • Manager zum Mitarbeiter: „Heute liegt deine Performance bei xxx . In den vergangenen vier Wochen war er auch nur bei xxx (...) Woran liegt die unterdurchschnittliche Leistung? Ein Ops-Manager sollte Dir mal über die Schulter schauen, um Dir Hilfestellung zu geben, so dass Deine Zahlen wieder in den grünen Bereich rücken.“

  • Ein Lead wird vom Manager aufgefordert, die ganze Woche über nur Feedbacks durchzuführen.

  • Ein Picker wird per Scanner aufgefordert, zum Lead zu kommen zwecks Feedback. Dass er gerade mal zwei Tage zuvor eines hatte, wird als Missverständnis entschuldigt.

  • Ein Kollege erzählt, er habe in rund eineinhalb Jahren Betriebszugehörigkeit nur ein einziges Feedback erhalten.

  • Eine Kollegin besteht auf ihrem Recht, einen Betriebsrat hinzu zu ziehen. Ihr wird entgegnet, das sei nicht nötig, hierbei handele es sich nicht um ein Feedback. Dann verkündet er ihr ihre Performancezahl, diese sei okay und auch qualitativ sei sie top. (...) Er fragt, ob sie Vorschläge hat, wie man die Prozesse noch verbessern könne zwecks Steigerung der Produktivität.

Unser Rat an die Kolleginnen und Kollegen:

  • Verlangt immer einen Betriebsrat eures Vertrauens als Beistand.

  • Meldet den Ver.di-Betriebsräten oder den Ver.di-Vertrauensleuten Feedbacks.

  • Tretet selbstbewusst für Eure Mitarbeiterrechte ein.

  • Feedback ohne Fütterung

    Beitrag wurde vom Admin gelöscht, da es sich um Spam gehandelt hat!

    Kommentar von: Pfingstochse - 25.09.2014, 12:00
  • So langsam muss man hier ja echt drüber nachdenken, eine Funktion zur Accountregistrierung einzuführen. Manche Leute haben zuviel Langeweile.

    Kommentar von: Fisch - 25.09.2014, 12:05
  • Zumindest dürften dieses alberne Getrolle selbst treue Amazon-Jünger nicht ernstnehmen.

    Kommentar von: Ruhrpott - 25.09.2014, 18:15
  • Oh, wenn Du dich da mal nicht irrst.....

    Diese treuen Jünger würden sogar komplett zu Pi News, den Bibeltreuen Radikal Eiferern, den (XXXX Wort wurde vom Admin entfernt) und zum Stürmer verlinken, sofern dort irgendeine MentalFlatulenz gegen Gewerkschaften stehen würde. In der USA würden se mit der Bibel in der Hand stehen und geifern "Da würde nix von Gewerkschaften drin stehen"........ hier verlinken se halt auf den Bodensatz des Webs, machen sich beim zitieren solcher Quellen (ja, es gibt noch schlimmeres als BLÖD-Online) noch unglaubwürdiger, als Sie schon sind und letztendlich komplett lächerlich.
    Abschliessend kommen aus der Richtung nur noch Trollflatulenzen - das Ergebnis sieht man wunderbar dort oben :D

    Kommentar von: Alfred Tetzlaff - 25.09.2014, 21:24
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