Der enttäuschte Mivon Uwe Schneider, ver.di-Vertrauensmann

Nicht nur Mitarbeiter bei Amazon zu sein sondern auch Aktionär, erfüllte mich mit ein wenig Stolz. Und so war die Vorfreude auf die Mitarbeiteraktien groß.

Doch wieder einmal wurde ich als Mitarbeiter von Amazon enttäuscht. Denn nicht nur, dass ich eine sehr komplizierte und kostenpflichtige Kontoführung über Morgan Stanley bewerkstelligen muss. Wo zwar die Eingabemasken auf Deutsch sind, aber alle hinterlegten Unterlagen auf Englisch. Nicht nur, dass die ersten Aktien ohne mein Zutun und ohne meine Zustimmung verkauft wurden, und zwar zu einem sehr niedrigen Kurs. Auch der ausgezahlte Betrag nach Abzug aller Abgaben (die Hälfte allein an Steuern an die USA) war eher ein Schlag ins Gesicht.

Wie man auf die Idee kommen kann, gerade im November und nicht nach Bekanntgabe der Weihnachtsquartals-Zahlen zu verkaufen, erschließt sich mir nicht.

Auch der Hinweis, dies sei Sache von Morgan Stanley, und Amazon habe nichts damit zu tun, ist wohl eher der schwache Versuch, von der dürftigen Auszahlungssumme abzulenken.

Es wird immer großartig auf die Mitarbeiter-Aktien verwiesen. Aber ich persönlich finde nach diesem ernüchternden Aktien-Erlebnis: Mir wäre ein festgeschriebenes Weihnachtsgeld nach Tarifvertrag lieber. Ich muss weder Aktien- noch Wechselkurse beobachten und kein Englisch können. Die Höhe steht fest und schwankt nicht, ich kann damit kalkulieren. Ich muss nicht die Hälfte an Steuern für die USA abdrücken, sondern zahle ganz normal hier meine Steuern. Wenn Amazon schon fast keine Steuern in Deutschland zahlt, sollten es wenigstens wir Mitarbeiter tun...

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(C) 2014 ver.di - Fachbereich Handelzuletzt aktualisiert: 06.04.2019