Von Anfang an haben wir Vertrauensleute und ver.di-Mitglieder, wie alle anderen auch, durch Leistung und Engagement geholfen, diesen Betrieb zu einem sehr erfolgreichen FC zu machen. Dies tun wir bis heute und werden dies auch zukünftig weiterhin leisten. Der Vorwurf, die Gewerkschaft und ihre Mitglieder gefährdeten den Standort, ist ein Armutszeugnis demokratischen Verständnisses. Demokratie und Mitbestimmung enden für uns nicht am Werkstor. Deswegen haben Gewerkschaften und deren Mitglieder in der Vergangenheit durch ihren Einsatz und Mut dafür gesorgt, dass es Betriebsräte und Mitbestimmungsrechte gibt. Dass Arbeit erträglicher und besser bezahlt wurde. Dass der Einzelne auch im Krankheitsfall sowie im Alter abgesichert ist. Gewerkschafter waren und sind auch heute immer noch Anfeindungen ausgesetzt. Auch in Koblenz wurden sie als arbeitsscheue Deppen bezeichnet, welche man als Gesindel womöglich am besten gleich über den Haufen fährt. Aber wir handeln aus Überzeugung. Überzeugt, dass am Anfang Vieles nicht passte, z.B. Kantine, Klimaanlage oder Weihnachtsgeld. Noch immer ist Einiges nicht gerecht, wie z.B. Befristungen und Neueinstellungen, Aufhebungsverträge, Schichtplangestaltung, Qualifikationen usw. Überzeugt sind wir vor allem, dass ein Tarifvertrag Planungssicherheit für jede/n Kollegen/in, aber auch für das Unternehmen bedeutet. Wir Mitarbeiter wüssten dann, wann, wieviel, zu welcher Zeit als Einkommen zur Verfügung steht und wären nicht abhängig vom guten Willen des Unternehmens oder vom PRP-Bonus. Für das Unternehmen bedeutet ein Tarifvertrag Planungssicherheit in Bezug auf Personalgröße und Kosten. Verhandlungen mit dem Betriebsrat zum Thema Personal würden sich auf einer klaren tariflichen Grundlage schneller und einfacher gestalten. Überstundenregelungen, Zu­schläge für Spätschicht und Über­stunden, Vorgaben der Urlaubs­planung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Anspruch auf inner­betriebliche Qualifikationsmaßnahmen und noch vieles mehr können in einem Tarifvertrag geregelt werden. Nur weil hier im Unternehmen viele Langzeitarbeitslose, ältere Mitarbeiter oder Menschen mit Handicap eingestellt wurden, bedeutet dies nicht, alles ergeben hinzunehmen. Auch das Unternehmen profitierte durch Zuschüsse für eben diese Menschen erheblich. Dies sind nur einige Gründe dafür, warum ich mich aus Überzeugung engagiere. Für das Unternehmen von Beginn an, und für die Mitarbeiter als Vertrauensmann der Gewerkschaft.

von Kai-Uwe Schneider, ver.di-Vertrauensmann

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(C) 2014 ver.di - Fachbereich Handelzuletzt aktualisiert: 06.04.2019