Auf der Betriebsversammlung wurde mehrfach das Verhältnis Betriebsrat und ver.di angesprochen. Hier die Fakten: Bei Amazon Koblenz traten zur Betriebsratswahl 2013 sechs verschiedenen Listen an. Die ver.di-Liste erhielt mit 30% die meisten Stimmen und hat entsprechend ein Drittel, nämlich 6 von 19 Betriebsrats­sitzen. Zwar gibt es ein Unterstützungsangebot von Ver.di an den gesamten Betriebsrat, egal ob in der Gewerkschaft oder nicht. Aber es gibt keine gewerkschaftliche Mehrheit im 19-köpfigen Betriebsrat Amazon Koblenz. (Im Gegensatz zu anderen Standorten wie Rheinberg, Werne oder Hersfeld.) Die sechs gewerkschaftlichen Betriebsräte sind: Werner Eis, Adele Esch, Michael Glaab, Norbert Faltin, Torsten Moog, Birgit Reich. Übrigens: Zwei Drittel aller Betriebsräte in Deutschland sind gewerkschaftlich organisiert. Dies erbrachte die Erhebung nach den Betriebsratswahlen, die regulär in den meisten Betrieben 2014 stattfanden. Das enge Verhältnis von Betriebsräten zu Gewerkschaften ist auch ganz sinnvoll und natürlich: Denn erstens haben Gewerkschaften für Betriebsräte und betriebliche Mitbestimmung überhaupt erst gekämpft. Und zweitens sind beides Arbeitnehmer-Vertretungen, wenn auch in etwas unterschiedlichen Funktionen. Wird ein Gegensatz zwischen Betriebsrat und Gewerkschaft konstruiert und gespalten, dann hat die Belegschaft das Nachsehen. Denn für die Kolleginnen und Kollegen wird immer dann am meisten herausgeholt, wenn beide an einem Strang ziehen.

von Angela Bankert, Gewerkschaftssekretärin

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