Amazon Pforzheim ist heute Vormittag vor dem Arbeitsgericht Pforzheim mit dem Versuch gescheitert, der Gewerkschaft ver.di per einstweiliger Verfügung die Verteilung von Flugblättern vor dem Personaleingang untersagen zu lassen.

Nachdem das Gericht deutlich gemacht hatte, dass es keinen Rechtsgrund für eine einstweilige Verfügung erkennen könne, hat Amazon den entsprechenden Antrag zurückgenommen. Die gewerkschaftliche Verteilaktion wird deshalb wie geplant heute Nachmittag vor dem Pforzheimer Verteilzentrum des Online-Versandhändlers stattfinden.

ver.di begrüßte den Ausgang dieser juristischen Auseinandersetzung. Der für den Handel zuständige Landesfachbereichsleiter Bernhard Franke erklärte dazu: „Es ist erfreulich, dass auch dieser amerikanische Konzern lernen muss, dass die Gewerkschaftsrechte in unserem Land durch das Grundgesetz geschützt sind. Es ist höchste Zeit, das Amazon begreift, dass zur Aushandlung und Regelung von Arbeits- und Entlohnungsbedingungen Tarifverträge mit der Gewerkschaft vorgesehen sind – nicht Willkürakte nach Gutsherrenart.“

Hintergrund des Rechtsstreites ist der schwelende Tarifkonflikt bei Amazon. Auch die Pforzheimer Niederlassung verweigert – wie der Gesamtkonzern – Verhandlungen über den von ver.di geforderten Anerkennungstarifvertrag zu den Tarifverträgen des baden-württembergischen Einzel- und Versandhandels. Aufgrund dieser Verweigerung hatte ver.di angekündigt, dass es bald auch in der Pforzheimer Amazon-Niederlassung zu Streiks kommen werde.

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft - Landesbezirk Baden-Württemberg

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(C) 2014 ver.di - Fachbereich Handelzuletzt aktualisiert: 23.12.2016