Berlin, 23.09.2015

Der Versandhändler Amazon ist mit seinem Versuch gescheitert, der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zu untersagen, die Beschäftigten auf dem Betriebsgelände über Streiks zu informieren.

Die Arbeitsgerichte Pforzheim und Koblenz wiesen Amazon-Klagen ab, die sich dagegen gerichtet hatten, dass ver.di-Mitglieder Flugblätter an ihre Kolleginnen und Kollegen verteilen und diese ansprechen: "Die Gerichts-Entscheidungen sind ein voller Erfolg für ver.di und bestätigt unser Streikrecht grundsätzlich", stellte Stefanie Nutzenberger vom ver.di-Bundesvorstand fest: "Wir haben dadurch Zugang zu den Streikbetrieben und können Kolleginnen und Kollegen darüber informieren, warum wir zum Streik bei Amazon aufrufen - nämlich zur Durchsetzung ihrer elementaren Rechte."

Diese seien in einem Tarifvertrag festzuschreiben, der ihnen existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen sichere. Amazon hingegen diktiere willkürlich die Arbeitsbedingungen: "Die Beschäftigten gehen kaputt an dem System von Leistungsdruck und Kontrolle. Wir werden diese wesentliche Auseinandersetzung daher mit aller Kraft weiter führen", kündigte Nutzenberger an.

Bis zum 26. September ruft ver.di die Amazon-Beschäftigten an diversen Standorten zum Streik auf.

Amazon betreibt in Deutschland insgesamt acht große Versandstandorte (in Bad Hersfeld existieren zwei Versandzentren, die beide bestreikt werden). Die ersten Streiks bei Amazon fanden im April 2013 statt.

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und -1012
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(C) 2014 ver.di - Fachbereich Handelzuletzt aktualisiert: 23.12.2016