Amazon versucht gerne glaubhaft zu machen, dass dort zu arbeiten ein großes Miteinander ist. Per Du mit den Chefs, und überhaupt alle eine große Familie.
Der Alltag schaut leider ganz anders aus: Leistungsdruck an allen Ecken.

• Wer unter dem Abteilungschnitt ist bekommt seine Zahlen um die Ohren. Aber könnten überhaupt alle überdurchschnittlich schnell arbeiten? Das ist wie ein Wettrennen, das so oft wiederholt wird, bis keiner mehr Letzter wird. Es geht nicht. Die Kollegen sind aber auf Arbeit und nicht im Wettkampf.

• Über 2000 Kollegen haben befristete Verträge. Das schafft Verunsicherung und die eigene Zukunft ist kaum planbar. Der Leistungsantrieb ist damit allzu oft die Angst und der Kampf um einen unbefristeten Arbeitsplatz. Doch die Chancen dauerhaft bei Amazon zu landen sind begrenzt. Denn Befristung scheint bei amzon System und nicht die Ausnahme zu sein.

• Der Druck ist von Abteilung zu Abteilung sehr unterschiedlich. Und bestimmt ist Druck auch nicht immer bewusst eingesetzt, aber spürbar ist er in jeder Abteilung.

Dass die Sache aber nicht hoffnungslos ist und man sich dem Druck nicht widerstandslos beugen muss, zeigen postitve Beispiele. Sich wehren lohnt sich. Dort wo Kollegen gesagt haben: "Schluss jetzt. Ich werde nicht nach Akkord bezahlt. Ich gebe mein Bestes. Ich lasse mich aber nicht mehr gegen Kollegen ausspielen." Da hatten Kollegen Erfolg. Sie arbeiten jetzt ohne ständige Feedbackgespräche. Ihre Leistung bringen sie trotzdem.

  • Toll, dass hier regelmaessig gepostet wird.

    Kommentar von: Demir - 26.06.2011, 16:45
  • von wegen miteinander, die Kollegen zoffen sich mitunter was das Zeug hält. Intrigen, Kollegen anschwärzen gehört zur Tagesordnung. Das ist häufig die Grundlage der "kollegialen" Zusammenarbeit. Wer wissen will wie das kommt, dazu nur ein Wort, der Fisch stinkt immer zuerst wo? Von dem Druck bleibt übringens niemand verschont und alles immer schön für den Kunden. Wenn die lieben Kunden wüßten unter welchen Umständen sie ihr Paket manchmal bekommen. Die meisten Kollegen sind sich sicher, dass die Rente nur die wenigsten erreichen. Wenn man nicht aufpasst, steht man dem Arbeitsmarkt aus gesundheitlichen Gründen irgendwann nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr zur Verfügung. Da hab ich als Dachdecker eher ne Chance die Rente zu erreichen. Dauerhaft viel zu hohe Krankenstände und eine permanente Unzufriedenheit der Kollegen sprechen für sich. Wer über Jahre motiviert gearbeitet hat, dem ist durch minderwertige Führung und zweifelhaften Umgangston die Demotivierung nahezu sicher. Und zur Krönung nun noch unterschiedliche Lohnerhöhung. Die größte Gruppe bekommt 4,6%, die Einsteiger 6% und der Rest, die auch den allerwertesten täglich aufreißen, bekommen 3%. Was folgt ist gegenseitiger Neid. Ist das gewollt?
    Wie lange wollen wir uns das noch bieten lassen?

    Kommentar von: Packer - 11.07.2011, 18:02
  • "Soldaten sind nur dumme Tiere, die als Schachbauern in der Außenpolitik benutzt werden." (Henry Kissinger) Interessant. Mächtige können dass selber über Arbeiter und Arbeitspolitik denken:(

    Kommentar von: XYZ - 31.07.2011, 18:23
  • Karpaltunnel-Syndrom, Tennisarm, usw.usw.
    Geht zum Ortophäden dort ist öfter Amazonen Meeting. Ich nenne lieber keine andere Fachärzte aber wir sind doch überall bekannt.
    Eine nette Kollegin war 6 Monaten krank (Hand OP). Danach war ihre "NORM" unter dem Abteilung-Durchschnitt.
    Sie hatte VIER WOCHEN Zeit für eine Leistung-Verbesserung bekommen.

    Kommentar von: kitkat - 05.08.2011, 19:50
  • Ähnlich wie eine Dressur.
    "Dressur bezieht sich meist mehr auf die öffentliche Vorführung des Ergebnisses dieser Abrichtung. Im Gegensatz zur Erziehung beim Menschen wird Tieren durch
    die Dressur beigebracht, auf Kommando bestimmte Handlungen auszuführen."
    (Wikipedia)

    Kommentar von: Orion - 06.08.2011, 21:24
  • Nur wer sich gemeinsam für ein Ziel aufstellt ist stark und erreicht etwas. Das Lohnniveau auf dem Arbeitsmarkt hinaufzutreiben können nur wir als Arbeitskräfte wenn wir uns gemeinsam dafür einsetzen. Die jungen Leute werden bei Amazon an den PC-Arbeitsplätzen, wie im Bereich ICQA und Andon Cord (Qualitätssicherung) eingesetzt. Dort ist die körperliche Arbeit eher gering. Aber es werden auch immer wieder junge Leute rekrutiert und irgendwann werden die jungen Leute die Alten sein, mit gesundheitlichen Einschränkungen durch die Arbeit. Daher sollten junge Leute auch in einem so harten unterbezahlten Geschäft an die Zukunft denken. Denn irgendwann werden sie selbst aussortiert - weil Alt und Krank = weniger Leistung. Fazit: Egal ob Jung oder Alt jeder sollte seinen Wert kennen, den er bei Amazon leistet und somit gerecht entlohnt werden. Zu den körperlichen Erkrankungen kommen psychische Erkrankungen durch den Druck auf Akkordniveau hinzu. Ungerechtigkeit geht auf Dauer auf die Psyche. Wer sich körperlich verausgabt und einen Lohn bekommt, mit dem er im Monat nicht mal ansatzweise über die Runden kommt kann auch schnell vor dem Burn Out stehen

    Kommentar von: EX-Mitarbeiter Outbound Dock Shipping FRA3 - 19.08.2011, 15:22
  • Wer sich unter Druck setzen lässt ist doch selber Schuld. Also ich lasse mich von nielmanden unter Druck setzen und schaffe die Arbeit auch. Interessant finde ich das hier auch von körperlicher Belastung die Rede ist. Seit ihr alle bei Receive? Weil das ist die einzigste Abteilung wo man wirklich schwer Tragen und Heben usw. muss. Das merkwürdige ist nur, das die Krankenqoute bei Pick und Pack doppelt so hoch ist obwohl die körperliche Belastung längst nicht so hoch ist. Und noch was zu dem Kommentar über mir. Also man kommt mit dem Geld über die Runden. Habe Miete, auto,versicherung und meine Lebensgefährtin studiert. Also nur ein Gehalt für 2. Ich kann aber trotzdem 2 mal im Jahr in den Urlaub fahren bzw. fliegen. Also über dem Existenzminimum liegt unser lohn schon. ;-)

    Kommentar von: witzi - 29.10.2011, 18:47
  • lieber Witzi,
    in welchen Amazon bist Du denn, das die kein Druck ausüben, unvollstellbar, und das im Receive , ist wohl eine Lachnummer von dir, das nur die im Receive schwer arbeiten.
    Ich denke das wir alle dort Akkortarbeiten und jeder der dort arbeitet hat einen Druck zu spüren bekommen. Und was in Sachen Akkort ist, aber es nur durch die Blume uns vermittelt wird wir müssen mehr und mehr machen, geht schon einen durch den Kopf. Also träume schön weiter und zeige dein Manager dieses , Sie werden Dich bestimmt, weiter halten, so was wie Dich braucht Amazon. die solch sprüche ablassen und besonders die andern in andere Abteilungen nieder machen. Toller Kollege, hoffe nicht das Du bei uns bist.

    Kommentar von: Lilliput - 14.11.2011, 17:20
  • witzi hat schon recht, wenn er sagt -man kommt mit dem geld über die runden-. darüber hinaus sind aber keine grossen sprünge zu machen.

    ... aber wer will schon nach feierabend noch grosse sprünge machen? ;-)

    ich seh das wie witzi, was den druck angeht. klaro können einige damit besser umgehen und andere haben vielleicht zuviel angst zb auch noch den! job zu verlieren. deshalb finde ich es wichtig das man zusammen hält und sich nicht von den "chefs" auseinander bringen lässt.

    mit den zahlen will man eine akkord-situation erzeugen. im arbeitsvertrag steht aber nicht, das man nach akkord bezahlt wird. wer seine arbeit so gut wie möglich macht, der kann auch selbstbewusst auftreten und zb im feedback gespräch sagen das er sein bestes gegeben hat. die zahlen dienen den "chefs" oft nur als eine argumentation-krücke, um von der eigenen hilflosigkeit abzulenken.

    ich denke mal nicht das ein area-manager seinem vorgesetzten mit dem argument kommen kann: -die vorgaben konnte ich nicht erreichen, weil ich nur faule mitarbeiter habe-

    schon interessant sich mal vorzustellen, das die lead/manager auch einem druck ausgeliefert sind und ...upps.. auf mitarbeiter angewiesen sind, da sieht man die personen doch gleich anders. ok man könnte sich die auch bei dem feedback-gespräch oder dem startmeeting nackt vorzustellen. hilft bestimmt auch das eigene selbstbewusstsein zu stärken :-)

    ich wünsch euch allen
    einen erholsamen und besinnlichen 3. advent :-)

    Kommentar von: feedbackclown - 11.12.2011, 13:44
  • sollen doch die Leads und die Area Manager selbst mal mit anpacken, damit sie ihre Zahlen hin bekommen. Überhaupt sei ja so ein Area Manager kaum greifbar wenn man einen braucht. Ich würde mich dort auch nicht unter Druck setzen lassen und wenn es meine Füsse nicht mehr schaffen würde ich mich für 10 min. auf den Boden setzen, was wollen denn dann die Chefs sagen?Ich wär echt scharf drauf da mal für ne Woche etwas zu spionieren und zu arbeiten, nur um mir ein Bild zu machen wie es da wirklich ist und ob alles stimmt wie es mir erzählt wird.

    Kommentar von: Florian B. - 13.12.2011, 16:07
  • @Witzi: wieso soll die Belastung bei Pick&Pack nicht so hoch sein?Gerade bei Pick bis 15 km und mehr laufen, ist das keine Belastung?

    Kommentar von: Florian B. - 13.12.2011, 16:08
    • @florian B.
      arbeitest du bei amazon ?

      Kommentar von: feedbackclown - 24.12.2011, 19:12
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