Genau wie in Bad Hersfeld, wächst auch bei Leipziger Amazoniern der Frust. Zwei Sachen haben jetzt das Fass zum Überlaufen gebracht:
1. Amazon schickt Augsburger zum Anlernen nach Leipzig. Das Prob­lem: Amazon Augsburg hat den höchsten, Leipzig den niedrigsten Stundenlohn. So müssen Co-Worker Kollegen anlernen, die mehr verdienen als sie selbst. Klar gibt das Frust.
2. Den Augsburgern wurde bei der Einstellung erzählt, dass sie von Anfang an mehr als 11,-€ verdienen. Im ersten Jahr mit wesentlich weniger nach Hause gehen, da­von war keine Rede.

Der Protest kam schnell:
Als die Augsburger von ihren Leipziger Kollegen erfuhren, dass es für sie erstmal deutlich weniger Lohn als angekündigt gibt, reagierten sie sofort. Sie gingen direkt aus dem Lagerund warteten vor dem Ein­gang darauf, dass jemand die Sache klarstellt. Andere warteten gar nicht erst und gingen. Sie hatten genug vom Arbeitgeber Amazon.
Kurz danach der nächste Zoff. Diesmal waren es die Leipziger, die genug hatten und den Picktower verließen. „Wir lernen doch nicht Leute an, die mehr bekommen als wir!“ Nur mit der Zusage, dass es eine Lohnerhöhung geben wird, überzeugten die Manager sie, zu­rück zur Arbeit zu gehen.

Für die Amazonier aus Leipzig ist das erst der Anfang
Zufrieden sind sie aber noch lange nicht, sie wollen mehr. Sie haben mit den spontanen Aktionen gezeigt, was sie von der Personalpoli­tik bei Amazon halten. Sie sind auf jeden Fall bereit, für einen Tarif­vertrag zu streiten. Gekündigt oder abgemahnt wurde übrigens nie­mand, das kann sich Amazon nicht leisten.

  • Davon habe ich heute gehoert - dass es aber so extrem war - ist wohl an mir vorbeigezogen. Wurde dies bewusst in den Startmeetings nicht erwaehnt?
    Wann genau ereignete sich dieser Protest - als die Leipziger den Picktower verliessen?

    Kommentar von: Andre - 27.07.2011, 14:10
  • Und die Leipziger Kollegen kenn die Arbeitsverträge von Augsburgern? Unglaubwürdig! Wenn ich wo anders hingehe in ein "normaler" Mitarbeiter sagt hier bekommste weniger, dann frag ich ihn erstmal ob er meinen Arbeitsvertrag kennt? Für mich zählt was im Arbeitsvertrag steht.

    Weiterhin hab ich auch von Kollegen aus anderen Betrieben erfahren, die Durch den Verdi-Tarifvertrag jetzt weniger verdienen, als ohne. Naja bestimmt wieder ein Missverständnis ;)

    Kommentar von: Der Weihnachtsmann - 27.07.2011, 18:04
  • na mal langsam! Keiner kennt die Arbeitsverträge des Anderen, wozu auch. Die unterhalten sich darüber, wieviel sie verdienen, ist doch völlig normal. Ich bin davon überzeugt, dass dies auch der Weihnachtsmann weiß, obwohl ich schon lange nicht mehr an ihn glaube:-)
    Übrigens stimmt es, dass es Arbeitgeber gibt, die übertariflich bezahlen. Deren Grundlage ist aber in der Regel ein Tarifvertrag.
    Amazon gehört mit Sicherheit nicht dazu! Kann man alles im WWW finden! Es sollte sich wirklich jeder mal die kleine Mühe machen und sich nach den Fakten erkundigen, bevor man auf Halbwahrheiten und Gerüchte hört, die teilweise sehr gezielt, in der Hoffnung, dass es jeder Depp glaubt und nachplappert, gestreut werden.
    Es ist doch sicher für niemanden nachvollziehbar, warum Arbeitnehmer (keine Manager) eine für Arbeitnehmer gute Sache, wie einen Tarifvertrag, schlecht reden wollen. Kann sich jeder mal ein paar Gedanken dazu machen

    Kommentar von: Arbeiter - 28.07.2011, 04:13
  • Es ist übrigens auch kein Geheimnis, dass die Leipziger Kollegen (keine Manager) den niedrigsten Lohn von allen in Deutschland beschäftigen Amazon Arbeitnehmern bekommen. Als Argumentation nutzen Arbeitgeber in Regel das Gerücht, dass das Leben in ostdeutschen Bundesländern nicht so teuer ist, wie im Rest des Landes. Auch wieder Halbwahrheiten/Lügen. Dummes Zeug!

    Kommentar von: Arbeiter - 28.07.2011, 04:29
  • Super Neuigkeiten! Ich finde, wir sollten den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit bei amazon bekommen, unabhängig vom Standort innerhalb der Bundesrepublik! Auf internationaler Ebene geht das bei den Preisunterschieden natürlich nicht. Wenn Kollegen in Ostdeutschland bei gleicher Bezahlung im Monat ein paar Euro mehr übrig haben sollten als ihre Kollegen im Westen, weil manche Preise dort vermeintlich geringer sind, dann sei ihnen das gegönnt! Auf die Preisgestaltung haben wir keinen unmittelbaren Einfluss!

    Kommentar von: Daniel - 29.07.2011, 10:46
  • Hallo Weihnachtsmann,

    schön, dass es Dich noch gibt! :-) Ich habe fast schon den Glauben an Dich verloren. Du hättest mich letztes Jahr auch ein bisschen besser bescheren können, findest Du nicht? Schade, dass Du meine Beiträge nicht gründlich liest. Ich verwende in meinen Bekenntnissen durchaus mehr Wörter als "Tarif".

    1. Ja, ich habe schon bei amazon gearbeitet und rede aus eigener Erfahrung. Die Sache mit den 5. Min. Verschnaufen ist wohl etwas polemisch und hängt auch von der jeweiligen Führungskraft im Betrieb ab. Zumal die Kollegen nicht dumm sind und sich ihre Zeit einfach nehmen, wenn sie sie brauchen. Dadurch verschlechtern sich aber wiederum die Akkordzahlen und der Druck auf die Beschäftigten wird vergrößert. Das heißt also, das System der Akkordarbeit führt dazu, dass die Leute kaum Verschnaufzeit haben.

    2. Es gibt immer mehr Leute, die sich bei ver.di organisieren. Um die Leute vor Maßregelungen zu schützen, werden Gewerkschaftsbeitritte diskret behandelt. Dass viele am Anfang Ängste haben, das ist vollkommen normal. Aber wir sind dazu da, ihnen diese Ängste zu nehmen und sie als selbstbewußte Arbeiter zu organisieren, damit sie sich ihre Rechte selbst erkämpfen können.

    Kommentar von: Daniel - 31.07.2011, 13:28
  • da hat der Weihnachtsmann seinen Beitrag wohl wieder zurück genommen?

    Kommentar von: Daniel - 31.07.2011, 13:32
  • nun ja, bis Weihnachten sind es schon noch ein paar Monate. Vielleicht hat sich der Ärmste in der Zeit vertan. Er ist ja auch nicht mehr der Jüngste :-).

    Aber Eines muss ich an dieser Stelle doch mal sehr deutlich sagen. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass der Weihnachtsmann ein von Arbeitgebern geschickter Knecht war. Wirklich nicht!

    Ihr vielleicht????

    in diesem Sinne einen schönen Sonntag

    Kommentar von: Arbeiter - 31.07.2011, 16:35
  • nein Daniel, der wurde von euch gelöscht.
    Und Mitarbeiter werden für das Arbeiten bezahlt und nicht für das rumstehen!
    ihr seit manchmal so etwas von realitätsfremd, das ihr garnicht mekrt was in der Praxis abgeht und wenn jemand etwas gegen eure "Agumente" sagt, ist das auf einmal polemisch gemeint, was für ein Witz.
    @Arbeiter, ich bin nicht für den Arbeitgeber, mir geht aber das ewige Rumgenörgel von Mitarbeitern, wenn ich etwas scheisse finde, ändere ich das oder suche mir was was mir wieder Spaß macht und ergebe mich nicht in meiner Lage und versinke in Selbstmitleid. Ich kann Mitarbeitern nur empfehlen etwas zu ändern oder dort hin zu gehen wo die Hühnchen auf den Bäumen wachsen. Wo "verdient" man mehr als bei Amazon? hier in der Region?
    Weihnachtliche Grüße

    Kommentar von: Der Weihnachtsmann - 03.08.2011, 19:49
    • Hallo Weihnachtsmann, Dein Beitrag wurde gelöscht da dort Kollegen persönlich angegangen und Kraftausdrücke verwendet wurden. Solange das nicht passiert, werden Kommentare nicht gelöscht.

      Kommentar von: Julian - 04.08.2011, 12:42
  • Hallo Weihnachtsmann,

    da bist Du ja endlich wieder. Du musst einfach nur auf die Wortwahl und den Umgangston achten, dann werden Beiträge von Dir auch nicht gelöscht. Gegen Polemik haben wir nichts. Sowas ist Teil von politischen Diskussionen. Das geht aber auch sachlich und ohne Beschimpfungen. Es behauptet auch niemand, dass Mitarbeiter ihre Arbeit nicht ordnungsgemäßig ausführen, sprich Rumstehen sollen.

    Du hast Recht, wenn Du sagst, dass man etwas ändern muss, wenn einem etwas nicht passt. Dazu sind wir von der Gewerkschaft aber auch da! Dass die Mitarbeiter lernen, ihren Unmut, ihr Rumgenörgel, wie Du es nennst, in organisierte, aktive Handlungen umzuwandeln. Wir wollen Worten auch Taten folgen lassen. Und das geht nur von und mit den Beschäftigten!

    Spätsommerliche Grüße

    Kommentar von: Daniel - 03.08.2011, 21:14
  • Aber lieber Weihnachtsmann, sieh es doch mal anders. Viele Kollegen hätten gern eine faire und gerechtere Bezahlung und wollen mit respekt behandelt werden. Das steht auf dem Wunschzettel vermutlich ganz oben.
    Wer bei uns rumsteht, ist doch in der Regel sowieso nicht lange da, also wozu regst Du Dich über diese Kollegen auf.
    Ich kann mir nicht helfen, aber egal was Du schreibst, da steht immer wieder in der Interpretation, seit zufrieden mit dem was Ihr habt, wenn es Euch nicht passt, sucht euch was anderes. Aber verdammt nochmal, seid endlich still.
    Wenn immer alle so gedacht hätten wären wir vermutlich noch Leibeigene oder die Mauer würde noch stehen, wir hätten vielleicht auch noch einen Kaiser usw.
    Deine Sichtweisen sind hier sehr vielen u. A. aus div. Allhands bekannt! Dreimal darf man raten, wer diesen Unsinn verbreitet hat.
    Du hast immer noch nicht erklärt, warum Du etwas gegen tarifliche Bezahlung hast. Erzähl doch mal, aber bitte ohne ausfallend zu werden, da ich selbst Deine Beiträge gern lesen möchte.

    Kommentar von: Arbeiter - 04.08.2011, 04:11
  • Na Weihnachtsmann,
    kommt denn da nichts mehr oder fällt das Schreiben ohne andere zu beleidigen schwer?
    Ich vermisse immer noch eine Antwort darauf, warum Du als Kollege oder Kollegin etwas gegen tarifliche Bezahlung hast. Ist das vielleicht nicht Dein Thema?
    Zugegeben, ist auch schwierig als Arbeitnehmer/Kollege anderen Kollegen zu vermitteln, warum tarifliche (bessere) Bezahlung ganz schlecht für sie ist.

    Aber bitte, versuch es dochmal, anstatt hier nur rumzunörgeln.............
    Wir sind gespannt:-)

    Kommentar von: Arbeiter - 05.08.2011, 17:44
  • @ Julian, du hast den Beitrag wieder rein gemacht, ich kann beim besten Willen keine persönliche Beleidigung lesen, sorry.

    @Arbeiter, wie ich aus deinen Ausführungen lesen kann hast du meinen Text nicht verstanden, lies ihn dir bitte nochmal durch! Du brauchst auch nicht versuchen meine angeblichen Ausfälle der Wortwahl immer wieder zu erwähnen, ich hab niemanden persönlich beleidt, also gut ist.
    Mal ne Frage: wer legt den fest was eine faire und gerechte Bezahlung für die Arbeit bei Amazon ist?
    Auch der Arbeitsmarkt ist ein Kostrukt aus Angebot und Nachfrage. (für dich: siehe Wirtschaftlexikon)
    Wer bewertet was Unsinn ist und was nicht, was gesagt werden darf und was nicht? DU???
    Du erwähnst die Mauer, das KAiserreich und die Leibeigenen? und dann willst du mir den Mund verbieten? Wer im Glashaus sitzt....
    Und dein Satz "Ich kann mir nicht helfen, aber egal was Du schreibst, da steht immer wieder in der Interpretation, seit zufrieden mit dem was Ihr habt, wenn es Euch nicht passt, sucht euch was anderes." ist auch wieder falsch. Ich schrieb: seit zufrieden mit dem was Ihr habt, wenn es Euch nicht passt ändert etwas oder geht dahin wo es besser ist. das ist der kleine feine Unterschied.
    Wer sagt den, das die traifliche Bezahlung besser ist als die jetzige?

    @Daniel, du scheinst das nicht ganz verstanden zu haben, Wenn Amazon etwas polemisch sagt, ist die Volkseele am kochen und wenn ihr das macht ist das nur bisschen übertrieben? naja da hab ich ne andere Sicht der Dinge. Meiner Meinung nach muss ich es anderen auch gestatten wenn ich etwas selber mache, den die Freiheit ist auch immer die Freiheit der Andersdenkenden. Ich hoffe du weist von wem der Satz ist.

    Frohe Ostern!

    Kommentar von: Der Weihnachtsmann - 05.08.2011, 18:23
  • geht doch, ein wenig Provokation und schon geht's weiter.

    Aber mal ehrlich, was ist nun passiert, ich habe Dich gebeten weitere Beiträge von Dir zu geben und nicht wie Du schreibst, versucht Dir den Mund zu verbieten. Soviel zum verstehen von Texten.:-)
    Du schreibst, seit zufrieden mit dem was Ihr habt, wenn es Euch nicht passt ändert etwas oder geht dahin wo es besser ist.
    Ist aus meiner Sicht auch richtig, allerdings nicht in der Kombination, dass Dir die Nörgeleien auf den Keks gehen. Denn genau das ist es doch was letztendlich die Menschen antreibt etwas zu ändern.
    Wenn ich etwas als Unsinn beurteile, ist das immer (wie denn auch sonst) meine persönliche Meinung, die dürfen wir nun mal alle haben und genau wie Du auch nach außen vertreten.
    Gut, es mag Firmen geben, die schmeißen diejenigen raus, die es wagen Kritik zu üben. Selbst das muss man anscheinend erst mal so hinnehmen. :-(
    Wer festlegt, was gerechte Bezahlung ist, ist völlig unterschiedlich. Deiner Ausdrucksweise entnehme ich, dass Du Dich vermutlich auskennen könntest. Gehen wir mal davon aus.

    Beispiele:
    im Management: hier legt der Arbeitgeber in der Regel fest, wie er sich einzelvertraglich mit Bewerbern einigt. Dabei kommen sicher manchmal Einkommen zu stande, die wir, sagen wir mal nicht verstehen. Trotzden entscheidet hier zuletzt der Chef.
    Politiker:
    In der Politik fragt man sich selbst, sofern es Mehrheiten gibt (ist fast immer so) werden die Diäten erhöht.
    Arbeiter:
    In unserem Fall ist es so, dass wir, sofern alle wollen eine Gewerkschaft als Verhandlungsführer auswählen, um für uns das Beste heraus zu holen. Diese Vorgehensweise ist in der Tarifautonomie gesetzlich geregelt.
    Man könnte nun sagen, dass es gerecht wäre, wenn Menschen von ihrer Arbeit leben können, ist es dann aber noch gerecht, dass bspw. ein Hr. Ackermann jährlich mehr als 10 Mio. verdient (bekommt)?
    Subjektiv gesehen, werden die meisten hier klar Stellung beziehen. Was gerecht ist, wird nicht von uns bestimmt, sondern von denjenigen, die die Macht haben. Häufig wird aber genau deren Vorstellung von Gerechtigkeit als pure Willkür empfunden. Um wenigstens die Macht über unser Leben zu bekommen, müssen wir uns solidarisieren, als Einzelkämpfer bewirkt niemand etwas. Ist auch nicht wirklich neu, Oder?
    Für die/en "kleine/n Frau/Mann" haben wir anscheinend nur noch Gewerkschaften, welche sie/ihn vertreten.
    Politisch fühlen die die Meisten vermutlich schon lange nicht mehr vertreten.
    Zum Schluss noch die Antwort auf die Frage, ob die tarifliche Bezahlung besser wäre als die jetzige. Dazu kann ich nur sagen, dass man einfach mal die Zahlen (Stundenlöhne, Urlaub, Zuschläge) vergleichen sollte und dabei auch noch Urlaubsgeld und Weihnachtsgelg dazu addieren sollte, dann beantwortet sich die Frage von ganz allein. Tariflöhne sind fast immer besser als das, was Arbeitgeber freiwillig zahlen.
    Frohe Ostern, wieso Ostern? :-)

    Kommentar von: Arbeiter - 06.08.2011, 06:10
  • Als erstes möchte ich mal klarstellen, dass ich mich hier nicht durch eine Texte genötigt sehe etwas zuschreiben.
    ZU den Nörgeleien kann ich nur sag, dass ich nicht immer nur permanet nörgeln kann bis jemand kommt mich an die Hand nimmt und zum Ziel führt, das ist aber die Einstellung viel Mitarbeiter bei AMazon. Manchmal habe ich das Gefühl Mitarbeiter untereinander "pushen" sich durch ihr gegenseitige Nörgelei selber hoch, tun aber nichts dafür und das ist was mir auf den Keks geht.
    Ja für mich sind Arbeitsverträge, sofern nicht sittenwidrig, erst einmal Verträge zwischen AG und AN. Dann versteh ich nicht warum sich der An dann aufregt das das Geld zu wenig ist? Es gibt immer 2 Möglichkeiten, man hat immer die Wahl: unterschreib ich, als ist das was im AV steht genug oder ich unterschreib nicht und such mir ne besser bezshlte Stelle.
    Und nur weil Konzerne die Preise mit Hilfe der Politik, ja Untätigkeit ist auch ne Art Politik, in die Höhe treiben, muss ein AG nicht gleich die Löhne erhöhen. Bitte nicht falsch verstehen ich will auch mehr Geld, aber ich tu etwas dafür. Man sollte sich doch mal fragen warum Priese in Deutschland höher sind als im Ausland, für zum Beispiel Waren die hier produziert werden dann exportiert und im Ausland trotzdem günstiger. Ist das der Effekt des europäischen Binnenmarktes?
    Meiner Meinung nach ist es für absolut verständlich warum Herr ackermann 10 und mehr Millionen im Jahr verdient, er hat studiert hat seine Arbeit bisher ordentlich gemacht und wenn ich eine Firma wäre und meine GF würde mich 100 Mio im Jahr einbringen zahle ich ihm gern 10% dafür. Und ausserdem ist das wieder ein einzelvertraglich geregelter AV. Angebot und NAchfrage.... Aber wir wollen ja nicht von Politik schreiben, dass Thema ist eh für´n Ar... ;)
    So schlecht deiner bzw. eurer Meinung Amazon als Arbeitgeber auch ist, muss man doch auch einmal festhalten das er AN beschäftigt die so wie sie sich in der Firma "aufführen" in anderen Firmen schon längst gekündigt worden wären und auch von unserem BR erwarte ich manchmal das er denen auch mal die "Pistole" auf die Brüst setzt und sagt so gehts nicht. Ich kann nicht einen AN schützen und damit 20 andere verärgern.

    Kommentar von: Der Weihnachtsmann - 06.08.2011, 08:39
  • in dem einen oder anderen Punkt zum Thema Nörgeleien gebe ich Dir durchaus Recht. Ich betrachte Nörgelei offensichtlich aus einem anderen Blickwinkel. Lassen wir das einfach mal dahingestellt.

    Ein Arbeitsvertrag ist erstmal ein Vertrag zwischen AN und AG, völlig richtig. Bei Sittenwidrigkeit, wie ggf. unberechtigte Befristungen ist der Arbeitnehmer gefragt und muss dies selbst regeln.
    Das hat aber alles nichts mit dem berechtigten Anspruch nach mehr Geld/Lohn zu tun.

    Stell Dir doch mal vor, dass alle Kollegen im öffentlichen Dienst, in den großen Unternehmen (Daimler,VW, Siemens, Basf usw.) in den vergangenen Jahren gesagt hätten, ich verdiene hier zuwenig, also geh ich dort hin, wo ich mehr bekomme. Wo bitte sollte das denn sein. Wenn sich die Kollegen nicht organisiert hätten, bekämen alle noch Löhne wie k.A. vor dem Krieg oder so.
    Zu sagen, ich habe die Wahl, gild nur wenn ich sie auch wirklich habe. Dahinter steht häufig sehr viel mehr als wir uns vorstellen können, daher ist mir das zu einfach.
    Ich bin mir sicher, dass viele Arbeitgeber im Umkreis auf die Barikaden gehen würden, wenn bspw. in Bad Hersfeld oder Umgebung sich z. B. VW niederlassen würde, warum muss man sicher nicht erklären.
    Wie schon gesagt, sind auch die Kollegen aus Unternehmen wie VW nicht enfach weggelaufen sondern haben sich solidarisiert. Nur so funktioniert es und nicht in dem wir uns alle was anderes suchen. Wobei das tatsächlich auch schon viele machen, daher wohl das Problem überhaupt noch willige Leute aus den Umkreisen der Standorte zu bekommen.
    Selbst in anderen Bundesländern wird schon rumgemault. In diversen Presseartikeln wurde bereits darüber informiert, dass Amazon (egal welcher Standort) sich nach dem Freizügikeitsgesetz (seit dem 1.5.11) nun massenhaft Leiharbeiter aus osteuropäischen EU Ländern holen wird. Die arbeiten dann nochmal billiger. Soll das die Lösung sein?

    Warum soll der Betriebsrat Leute maßregeln? Zum einen darf er das, so weit ich weiß, gar nicht und zum anderen ist das die Aufgabe des Arbeitgebers.
    Frag mal unter den Kollegen rum, wie oft unser Arbeitgeber schon vor dem Arbeitsgericht eine Packung bekommen hat. Du wärst sicher genau wie ich erstaunt. Warum das wohl nun so ist?

    Aber auch hier liegt die Wahrheit sicher irgendwo in der Mitte. Ich werde nicht verallgemeinern, noch dazu wenn ich viele Hintergründe nicht kenne und daher nur vermuten kann. Vielleicht kennst Du ja mehr Details als ich.

    Kommentar von: Arbeiter - 06.08.2011, 09:41
  • Achso, das mit den Preisen ist nicht so, dass sie in Deutschland am höchsten sind, außer eindeutig in der Pharmaindustrie. Aber das hat unsere Politik zu verantworten.
    Ansonsten ist das auf keinen Fall so, dass die Preise in Deutschland am höchsten sind. Ich kann Dir versichern, dass sie in Frankreich, Benelux und Skandinavischen Ländern in der Regel wesentlich höher sind.
    Das Deutschland immer mehr zu einem Billiglohnland in verschiedenen Branchen verkommt, ist hinreichend bekannt. Heißt das jetzt, dass wir auswandern sollen, wenn uns das nicht passt?

    Kommentar von: Arbeiter - 06.08.2011, 10:06
  • Hallo Weihnachtsmann,

    worin besteht denn die Wahl? Zwischen Pest und Cholera? Der springende Punkt ist doch, dass immer mehr Unternehmen ihre Beschäftigten so bezahlen, dass es zu wenig ist, um ein Leben in Wohlstand zu führen, aber zu viel, um zu sterben!

    Den Kapitalisten interessiert letztlich nur, dass der Arbeiter mit dem gezahlten Lohn seine Arbeitskraft reproduzieren kann, und nicht mehr! Kapitalisten und hochrangige Manager, wie z.B. Ackermann können in Saus und Braus mit ihren Gehältern bzw. mit dem durch uns geschaffenen Mehrwert leben. Warum sollte uns Arbeitern und Angestellen ein Leben in Wohlstand also verwehrt sein?

    Unternehmen wie amazon nutzen die Arbeitslosigkeit der abhängig Beschäftigten zu ihren Gunsten aus. Selbst die Arbeitslosenstatistiken sind geschönt, um nicht zu sagen manipuliert. Was in den letzten Jahren zugenommen hat, sind prekäre und geringfügig bezahlte Jobs. Gut bezahlte Stellen sind rar!

    Ja, die Arbeiter haben eine Wahl. Und zwar nur die zwischen "Ich nehme alles so hin, wie es ist oder ich kämpfe gemeinsam mit meinen Kollegen für bessere Produktions- und Lebensverhältnisse."

    Du sagst, man könne sich doch besser bezahlte Unternehmen aussuchen. Jedoch ist es nur ein individueller Ausweg für manche Einzelpersonen, aber keine gesellschaftliche Lösung, keine Lösung für die tausenden Beschäftigten bei amazon. Und diesen individuellen Ausweg haben de facto immer weniger Leute, weil die Einkommenshöhe ein gesellschaftliches Problem ist und kein rein Individuelles!

    Du willst auch mehr Geld und tust etwas dafür. Mich würde jetzt wirklich mal interessieren, was Du dafür tust, ausser in Ehrfurcht vor amazon zu erstarren und sich über nörgelnde Kollegen zu beschweren?

    Du findest es selbstverständlich, dass ein Herr Ackermann mehr als 10 Millionen im Jahr verdient? Wozu braucht ein Mensch zum Teufel so viel Geld? Wofür? Mit dem gesunden Menschenverstand lässt sich so etwas nicht erklären. Du sagst, er hat studiert und führt sein Geschäft ordentlich. Stell dir vor, ich habe auch studiert. Und es gibt noch so viele andere Akademiker, die entweder arbeitslos sind, unentgeltliche Praktika auf Deuwel komm raus absolvieren oder zu Proletariern werden. Was ist mit denen?

    Gut bezahlte Jobs für abhängig Beschäftigte gibt es fast nur in Tarifbetrieben. Und Tarifverträge wurden immer erkämpft. Wenn von Anfang an jeder nur an sich gedacht hätte, dann wären wir schon längst in der Barbarei versunken.

    Ich bin erstaunt, dass Du Rosa Luxemburg zitierst. Allerdings ist Dein Zitat nicht vollständig und aus dem Zusammenhang gerissen. Es handelt sich um ein Zitat zur Auseinandersetzung mit der russischen Oktoberrevolution. Hier der ganze Wortlaut: "Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der »Gerechtigkeit«, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die »Freiheit« zum Privilegium wird."
    Wer aber sind die Andersdenkenden? Und wer ist frei? Und wer ist privilegiert? ;-)

    Die tarifliche Bezahlung ist besser als die jetzige. Guck mal auf dieser Seite unter "Hintergründe". Da hast Du einen konkreten Tarifvergleich!

    Gruß

    Kommentar von: Daniel - 06.08.2011, 13:33
  • "Protest ist, wenn ich sage, das und das paßt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, daß das, was mir nicht paßt, nicht länger geschieht. Protest ist, wenn ich sage, ich mache nicht mehr mit. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, daß alle andern auch nicht mehr mitmachen." (Ulrike Meinhof)

    Kommentar von: Der Osterhase - 06.08.2011, 13:38
  • Über die bürgerlichen Begriffe "Arbeitgeber" und "Arbeitnehmer"

    Es wird immer von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gesprochen. Der Begriff Arbeitgeber impliziert, dass er dem Arbeiter etwas gibt. Der Begriff Arbeitnehmer impliziert, dass der Arbeiter sich vom Kapitaleigner etwas nimmt. Arbeitgeber geben, Arbeitnehmer nehmen.

    Kein Wort darüber, dass der Arbeiter seine Arbeitskraft gibt und der Unternehmer sich diese Arbeitskraft sowie den geschaffenen Mehrwert nimmt. Wem oder was sollte der "Arbeitgeber" etwas geben, wenn wir "Arbeitnehmer" nicht bereit sind, seine Almosen länger anzunehmen? Hätte er dann überhaupt noch etwas zu Geben? Ohne uns Arbeiter ist der Unternehmer ein Nichts!

    Kommentar von: Daniel - 06.08.2011, 14:08
  • @Daniel, aber dir ist schon bewusst, dass Unternehmen nicht gegründet werden um Arbeitnehmerinteressen zu befriedigen. Und das ist aber glaub ich die Enstellung mancher Mitarbeiter. Ob der Ab nur AG heissen sollte oder umgekehrt ist doch Wortglauberei. Der Arbeitgeber gibt dem Arbeiter Arbeit und der ARbeitnehmer nimmt diese an, Oder nicht?
    Ob die Löhne von Amazon nun mit dem HArtz4 Satz zu vergleichen ist, bezweifle ich jetzt mal und was heisst hier der Arbeiter hätte die Wahl zwischen Pest und Cholera? ein unverhältnissmäßiger Vergleich, finde ich.
    Es war vielleicht ein zerrissenes Zitat, dafür Asche auf mein Haupt.

    @Arbeiter, eben die Mitarbeiter von z.B. VW haben etwas getan, sie haben nicht nur rumgenörgelt. Das ist ja das "Problem".
    Der BR hat durchaus die Möglichkeit AN zu ermahnen, zumindest mit dem Umweg über den AG.

    Kommentar von: Der Weihnachtsmann - 06.08.2011, 18:03
  • ich hab mal ein bisschen gegoogelt, da ich zurzeit niemanden habe den fragen könnte. Habe zu Deiner BR Behauptung folgendes gefunden:
    http://dejure.org/dienste/lex/BetrVG/104/1.html

    Kommentar von: Arbeiter - 06.08.2011, 18:19
  • Hi Santa Claus,

    und wie bewusst mir das ist. Für die Interessenvertretung der Arbeiter gibt es ja z.B. die Gewerkschaften. ;-) Rein oberflächlich betrachtet bietet das Unternehmen einen Arbeitsplatz, welches der Arbeiter annimmt, ja. Aber die Begriffe verschleiern meines Erachtens die tatsächlichen Verhältnisse zwischen lohnabhängig Beschäftigten und Kapitaleignern und sind daher auch nicht wertneutral.

    Wahl zwischen Pest und Cholera": Du darfst es ruhig als unverhältnissmäßig kritisieren. Ich habe eine ganz persönliche Vorliebe für polemische Rhetorik, wie Du schon bemerkt hast. Für viele Menschen besteht leider nur die Wahl zwischen Arbeitslosigkeit oder schlecht bezahlter Arbeit. Das meinte ich damit.

    Du hast absolut Recht in dem Punkt, dass die Arbeiter von VW etwas getan haben. Sie haben das getan, was wir mit amazon vorhaben. Und Du kannst auch Deinen Beitrag dazu leisten. Organisiere Dich, versuche weitere Kollegen dafür zu gewinnen und kritisiere sie, wenn sie nur meckern, aber zu weiteren Schritten nicht bereit sind. Aber fang erstmal bei dir an. Nörgeln ist eine mehr oder weniger offene Form des Protestes. Das reicht aber nicht, wie Du weisst.

    Kommentar von: Daniel - 06.08.2011, 18:49
  • Wie ich schon in einer meiner oberen Beiträge schrieb, tue ich etwas für mich, um eben nicht auf dem Nörgellevel stehen zu bleiben, ich muss mich daher nicht organisieren, den wie jeder weis ist sich meist jeder selbst der nächste. Und weiterhin werde ich sicher nicht den Rattenfänger von Amazon spielen, das müsst ihr schon selbst übernehmen. Weiterhin gibt es immer AN die nörgeln sich nicht organisieren und im NAchhinein trotzdem profitieren, ich denke da liegt das Problem. Ich gönne euch natürlich jedes Mitglied und bin eigentlich schon gespannt was dann dabei herauskommt. Ganz ohne Polemik und Sarkasmus.
    Und mal ganz ehrlich Zitate von Terroristen finde ich genauso beschissen, wie die der anderen Seite, ich zitiere ja auch nicht Hitler oder Göbbels. Nicht lieber Osterhase?

    @Arbeiter, meines Erachtens nach tritt der von dir gepostete Link nicht wirklich meine Aussage.

    Kommentar von: Der Weihnachtsmann - 07.08.2011, 19:53
  • wenn das so ist, warum bezahlst Du Deine Arztrechnungen nicht selbst, anstatt Dich über die Solidargemeinschaft absichern zu lassen. Was ist mit der Arbeitslosenversicherung, Pflege - und Rentenversicherung. Da ist die Solidargemeinschaft in Ordnung, ansonsten ist sich jeder selbst der Nächste?
    Ich denke, dass Du eventuell Erlebnisse hattest, die Dich zu dieser Auffassung treiben. Wenn Du nun wirklich konsequent wärst, dann wäre ein Ausstieg aus diesem System doch die logische Schlußfolgerung, oder? Aber dazu fällt Dir bestimmt auch noch was ein :-).

    Übrigens ist Deine Einstellung genau das , was Arbeitgeber an braven Arbeitnehmern lieben. Solange alle denken, jeder ist sich selbst der Nächste, kann Arbeitgeber ruhig schlafen. Es wird erst ungemütlich wenn sich Arbeitnehmer zusammenschließt. Weiß doch jeder!!!

    Schade finde ich, dass Du denkst, wenn wir Kollegen für ver.di werben, dass wir Rattenfänger sind. Die Geschichte vom Rattenfänger ist den Meisten bekannt und könnte im Umkehrschluss falsch verstanden werden. Wir halten unsere Kollegen nämlich nicht für Ratten, die man einfach so fangen kann sondern für mündige Kollegen, die sehr genau wissen, was sie wollen. Auch wenn das hier nur eine Floskel sein sollte, ist sie nicht angebracht. Deine Meinung von jammernden Kollegen hat auch so schon jeder verstanden.

    Wieso Du den link wegen dem BR nicht verstehst weiß ich auch nicht, trifft aber genau den Punkt, für den Rest ist der Arbeitgeber verantwortlich. Du erwartest vom BR, dass er Dinge macht, die er nicht darf. Ich könnte Dir raten, Dich rechtlich bei ver.di diesbezüglich beraten zu lassen, willst Du aber wahrscheinlich nicht, von daher kann ich nur an die Mitleser appelieren, glaubt nicht alles was der Weihnachtsmann sagt sondern lasst Euch dort beraten, wo man etwas davon versteht.

    schönen Abend

    Kommentar von: Arbeiter - 08.08.2011, 16:23
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(C) 2014 ver.di - Fachbereich Handelzuletzt aktualisiert: 23.12.2016