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Zweidrittel aller Mitarbeiter in Bad Hersfeld sind befristet beschäftigt.   Bei ca. 4.800 Leuten sind das 3.200 Menschen, von denen jeder Einzelne mit der Ungewissheit leben und arbeiten muss ob er nächstes Jahr noch einen Job hat.

Die Möglichkeit der Befristung von Arbeitsverhältnissen wurde vom Gesetzgeber geschaffen, in der Hoffnung dadurch die Entstehung von mehr Arbeitsplätzen zu fördern. Allerdings ist es nach wie vor so, dass die Mehrheit der Arbeitsverhältnisse in Deutschland undbefristet ist. Laut Mikrozensus im Jahre 2008 waren 8,9 % aller Beschäftigungsverhältnisse befristet. Bei Amazon in Bad Hersfeld sind es ca. 66%. Mit dieser Quote liegt Amazon also weit über dem Schnitt.

Laut dem „Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge“ (TzBf) ist keine Begründung für die Befristung nötig, solange eine Dauer von 2 Jahren nicht überschritten wird, wobei der Vertrag innerhalb dieser Zeit maximal 3 mal verlängert werden darf. Ist ein Arbeitnehmer länger als 2 Jahre ohne Angabe von Gründen befristet beschäftigt oder wurde sein Vertrag bereits zum vierten Mal ohne Angabe von Befristungsgründen verlängert hat der Arbeitnehmer Anspruch auf einen unbefristeten Vertrag.

Obwohl keine Begründung für eine Befristung nötig ist, wäre es interessant zu erfahren, warum zweidrittel der Mitarbeiter nur befristet beschäftigt sind. Eines der Hauptargumente seitens der Geschäftsleitung  wird wohl der saisonbedingte Anstieg des zu bewältigenden Volumens im Weihnachtsgeschäft sein. Mein persönlicher Eindruck hierzu ist allerdings, dass wir das ganze Jahr über einen stetigen Anstieg des Volumens zu verzeichnen hatten. Auch die Anzahl der Mitarbeiter ist zumindest in FRA3 dieses Jahr stetig gestiegen. Von Saisongeschäft kann hier keine Rede mehr sein, auch wenn das Volumen um Weihnachten nochmal zunimmt.

Ein wichtiger Aspekt bei der Befristung wird wohl auch sein, dass sich durch die Befristung automatisch Druck auf die Mitarbeiter ausüben lässt. In der Hoffnung auf eine Verlängerung des Vertrages sind viele Kollegen bereit mehr zu leisten und sich häufiger für Überstunden zu melden. Viele kommen aus Angst um ihren Arbeitsplatz lieber krank zur Arbeit, als zum Arzt zu gehen und sich krankschreiben zu lassen. Zu guter Letzt treten befristet Beschäftigte seltener für Ihre Rechte ein, weil sie Angst vor möglichen Konsequenzen haben.

 

Was bedeutet es jedoch für den einzelnen Mitarbeiter, einen befristeten Arbeitsvertrag zu haben?

- Ständige Angst um eine Verlängerung, wodurch man sich dem Arbeitgeber ausgeliefert fühlt.

- Bewusster und unbewusster psychischer Druck und daraus resultierende Risiken für die Gesundheit.

- Angst um die Zukunft und um das Wohlergehen der Familie, die abhängig vom ohnehin niedrigen Einkommen ist.

- Angst davor, seine Interessen öffentlich zu vertreten, seine Meinung zu äußern und sich zu organisieren und für seine Rechte zu kämpfen.

Aber ist nicht genau das Letztere, also sich organisieren und zu kämpfen, der einzige Weg aus der Misere? Eins ist klar: solange die Geschäftsleitung die Befristung für den profitableren Weg hält wird sie nichts daran ändern. Warum auch?

Wenn ein Großteil der befristet Beschäftigten zusammen mit den Unbefristeten organisiert auftreten würde, könnte man durchaus was ändern. Wenn wir uns nicht bewegen, bewegt sich nichts!

  • Ich war bereits mehrfach bei Amazon beschäftigt !
    Auch zur Zeit bin ich in Fra3,aber zur Zeit leider krankgeschrieben !
    Lange habe ich mich an die Arbeit gequält mit Schmerzen und immer gehofft verlängert zu werden !
    Abber immer wurde ich nur zur Weihnachtszeit verheizt und jetzt geht mir meine Gesundheit vor !
    Was die Personalpolitik bei Amazon angeht kann ich nur sagen das es so läuft : Entweder passt das Gesicht den Vorgesetzten oder man hat eben Pech ! Und wer tief genug kriecht (nur die Füße sollten noch herausschauen ) hat auch gute Chancen auf eine Übernahme !

    Kommentar von: Rookie - 05.09.2011, 20:34
  • Nachtrag zu meinem Post !

    Ich denke das es ein eindeutiges Signal ist das man mittlerweile Leiharbeiter aus dem Ausland "importieren" muss um das Auftragsvolumen zu bewältigen !
    Im Kreis Hef-Rof gibt es jede Menge Leute die lieber die Bezüge kürzen lassen als sich jedes Jahr ausnutzen zu lassen !
    Amazon sollte hier auf nachhaltigkeit beim Personal setzen,denn die Qualität steigt mit der Erfahrung der Mitarbeiter !

    Kommentar von: Rookie - 05.09.2011, 20:40
  • hallo alle miteinander,

    jetzt muss ich hier auch mal meine meinung äußern. ich glaub 2/3 ist nen bissl arg übertrieben, werter kollege. ich bin seit 7 jahren bei amazon, bin beim picken tätig und ab und zu beim packen. ich habe damals als weihnachtsaushilfe angefangen und habe mir meinen festen vertrag HART erarbeitet! ich habe stets leistung gezeigt und wurde auch zwei jahre lang immer wieder befristet. meine zahlen waren auch immer über dem abteilungsschnitt (was so schwer nu auch wieder nicht ist). trotzdem musste ich auch hoffen, dass ich verlängert/übernommen werde.

    und damals musste man noch richtig arbeiten dafür. was heute teilweise "geleistet" wird ist ein witz! wenn ich sehe, wie sich kollegen schön genüsslich 20 minuten unterhalten und nichts tun könnt ich ausflippen. wir sind hier an der arbeit und net beim kaffeeklatsch. ich kann au nur geld verdienen, wenn ich was schaffe an der arbeit. und gerade in fra3 hat man das arbeiten noch net gelernt. ich war 3 wochen oben und wurde nach 3 tagen blöd angemacht, warum ich denn so viel arbeiten würde, mehr geld würde ich dadurch nicht verdienen. hallo? wir sind da um zu arbeiten und nicht um mich zu entspannen, das kann ich daheim.

    ich find es witzlos, wenn ich manche rumlaufen sehe, die nen festvertrag bekommen wollen, obwohl sie mehr schwätzen als arbeiten. und das sind genau die, die sich immer wieder beschweren.

    fangt an zu arbeiten, dann werdet ihr auch übernommen! gute mitarbeiter lässt auch amazon nicht so einfach gehen.

    Kommentar von: Picker - 06.09.2011, 00:32
    • 2/3 ist leider nicht übertrieben. In FRA3 sind es sogar ca. 80%. Vielleicht kommt dir die Zahl übertrieben vor weil es da etwas besser ausschaut. Die 2/3 gelten für beide Werke zusammen.

      Kommentar von: Julian - 07.09.2011, 13:04
    • Hallo Picker,

      Du schreibst ja selbst, dass Du immer gute Leistung gebracht hast und trotzdem um die Verlängerung bangen musstest. Ich finde es traurig, dass Amazon gute Leute so lange hinhält.

      Die Diskussion mit den "faulen" Mitarbeitern hatten wir schonmal an anderer Stelle. Wenn tatsächlich die meisten Befristeten nur "schwätzen" würden hätten wir nicht ein solches Wachstum...

      Kommentar von: Joe Hill - 07.09.2011, 18:11
  • Hätte da mal noch eine Frage: Haben nicht auch Arbeitnehmer, die z. B. letztes Jahr bei Amazon befristet beschäftigt waren, deren Vertrag nicht verlängert wurde und die nun wieder befristet eingestellt werden Anspruch auf einen unbefristeten Vertrag? Weiß da jemand was genaueres?

    Kommentar von: Joe Hill - 06.09.2011, 15:39
    • Soweit ich da informiert bin hat man da keinen Anspruch drauf solange zwischen den befristeten Verträgen min. 6 Monate ohne Beschäftigung im Unternehmen liegen ! Aber ich will mich da nicht 100% festlegen und lasse mich gerne des besseren belehren !

      Kommentar von: Rookie - 06.09.2011, 16:53
    • Das lässt sich so einfach nicht beantworten, weil da einiges mit berücksichtigt werden muss. Man kann auf jeden Fall nicht generell sagen, dass man Anspruch auf einen unbefristeten Vertrag hat, weil man schon mal bei Amazon gearbeitet hat. Wer es genau wissen will, sollte seinen arbeitsvertrag bei ver.di prüfen lassen.

      Kommentar von: Julian - 07.09.2011, 13:07
  • Ja, wer will schon die Katze im Sack kaufen... Würdet ihr jeden gleich und sofort fest einstellen? Ist alles noch um Welten besser als Leiharbeit, was amazon hier macht. Auch nicht vergessen sollte man, das hier auch "ungelernte" eine Chance auf ein einigermaßen korrektes Einkommen haben. Es gibt eben keinen am Markt, zumindest kenne ich kein anderes Unternehmen das "ungelernten" Kräften solche Löhne zahlt.

    Kommentar von: Imperator - 07.09.2011, 23:48
    • Die gesetzliche Probezeit lässt Unternehmen sehr große Freiheit Mitarbeiter zunächst ein halbes Jahr zu "testen" und erlaubt es innerhalb der ersten 6 Monaten ohne Angaben von Gründen zu kündigen. Befristete Verträge braucht man als nicht, wenn es nur darum geht, die neuen Arbeitnehmer zu prüfen.
      Natürlich verdient man als ungelernte Arbeitskraft bei vielen Unternehmen auch mehr. Da muss man sich nur mal bei den anderen Versandhändlern umschauen.
      Wären die Löhne im Vergleich so gut wie du sagst, bräuchte Amazon aktuell nicht ca. 500 Leiharbeiter von weit her nach Bad Hersfeld holen.

      Kommentar von: Julian - 08.09.2011, 04:16
      • Zunächst mal Danke für deinen sachlichen Post. Ich habe hier schon ganz andere Kommentare gelesen, bei denen man eher darauf aus ist, sich in der Anonymität des Netzes zu "streiten" anstatt sachlich zu Argumentieren.

        Zum Thema gesetzliche Probezeit: Ich finde die allgemein gesagt zu kurz. Auch klar ist, wie weiter oben "Picker" schrieb, das er mit sehr guten Leistungen trotzdem alle drei Verlängerungen durchmachen musste. Hier sollte seitens Amazon schon auf gewisse "Talente" geachtet und reagiert werden - Also den Mitarbeiter früher unbefristet einstellen.
        Dennoch halte ich es für falsch, jedem einen Festvertrag nach 6 Monaten in die Hand zu drücken. 6 Monate reichen selten (das heißt nicht nie!) aus, um jemanden wirklich kennen zu lernen. Das zeigt m.E. die Praxis...

        Zum Punkt Verdienst bei ungelernten Arbeitnehmern:
        Klar wird man irgendwo in Deutschland wohl mehr verdienen können. Aber mit Sicherheit nicht viel mehr sodass es einen Umzug rechtfertigen würde.
        Aber wenn du mir "regional" einen Arbeitgeber nennen kannst, bei dem es so leicht ist einen Job zu bekommen wie bei Amazon und der ähnlich hohen Mitarbeiterbedarf hat zu besseren Löhnen, gebe ich Dir auch gerne Recht!

        Zum Punkt Leiharbeiter:
        Ich persönlich glaube nicht das diese aus Kostengründen geholt werden, sondern vielmehr das die Region hier nicht mehr viele Arbeitssuchende bietet, die leicht vermittelbar sind UND auch bei Amazon arbeiten wollen.
        Amazon hat leider, und das höre ich im Bekanntenkreis hin und wieder mal, einen nicht so tollen Ruf als Arbeitgeber. Finde ich persönlich nicht richtig und einige andere sicher auch nicht. Meine Erfahrung hat gezeigt das wirklich gute Mitarbeiter immer behalten wurden.

        Kommentar von: Imperator - 08.09.2011, 11:13
        • ...meine Meinung dazu:

          wenn man jemand ALLE "legalen" Verlängerungen mitmachen lässt, kann dieser Mitarbeiter doch SOOOO schlecht gar nicht sein, oder ????
          (ansonsten hätte man ihn ja schon viel eher gehen lassen können)
          aber warum dann nach exakt 2 voll gearbeiteten Jahren ohne Unterbrechung?

          (Begründung waren wieder mal die schlechten "Zahlen" sowie wirtschafliche Gründe)

          versteht ihr sowas?

          Kommentar von: amazoni - 11.09.2011, 18:27
        • 6 Monate reichen vielleicht nicht immer aus, um jemanden wirklich kennen zu lernen, das rechtfertigt aber trotzdem nicht den hohen Anteil an Befristeten. Bei anderen Unternehmen sind doch auch nicht 80 % befristet und da geht es auch. Machen wir uns nichts vor, Befristung ist nun mal ein gutes Druckmittel.

          Zum Verdienst von ungelernten Arbeitern: Wieso sollte ein ungelernter Arbeiter weniger verdienen als ein Gelernter der die gleiche Arbeit macht? Umgekehrt: Wir haben doch etliche "Gelernte". Müssten die dann nicht besser bezahlt werden? Ein Ungelernter kann die meisten Tätigkeiten bei Amazon genausogut ausführen wie ein Fachlagerist o. Ä. Das sehe ich jeden Tag! Sollte Amazon Deiner Meinung nach nun für die erbrachte Leistung zahlen oder nach den Chancen die ein Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt hat? Letzteres müsste ja allerdings für jeden individuell berechnet werden um es gerecht zu gestalten...

          In meinem persönlichen Umfeld hatte ich in jüngster Zeit 4 Fälle, wo ich Leuten vorgeschlagen habe sie sollen zu Amazon kommen (alles gute Leute, die auch Erfahrung im Lager haben). Einer davon ungelernt (die anderen haben andere Berufe gelernt). O-Ton Ungelernter als ich ihm den Verdienst mitgeteilt habe: "Wie soll ich davon meine Familie ernähren? Und dann auch noch die hohen Fahrtkosten?" Fazit: Er arbeitet jetzt in Kassel, Fahrtkosten genauso hoch, immer noch ungelernt, bekommt 13,90 EUR die Stunde Einstiegsgehalt plus Bonus - mehr als bei uns Tier 3!

          Würde Amazon mehr bezahlen und die Befristung nicht solange rauszögern würden sich auch wieder mehr Leute zum Arbeiten melden und wir müssten nicht auf Leiharbeiter zurückgreifen... So sehe ich das.

          Kommentar von: Joe Hill - 08.09.2011, 18:41
  • @Joe, mit den Befristungen kannst du dich bei den von den Gewerkschaften unterstützten SPD bedanken, die haben es eingeführt und jeder Unternhehmer würde das so machen.
    Du braucht daher nicht auf Amazon schimpfen sondern fang dort an wo die Gesetze dazu gemacht wurden, Bei der gewerkschaftsnahen SPD. Die werden euch wieder verkaufen wenn es ihnen gut tut.
    Jeder der vernüftig arbeitet, braucht keine Angst zu haben, ich habe noch keinen erlebt der Topleistung gebracht hat und nicht übernommen wurde. Beschweren tuen sich meist die die eh keinen Bock zum arbeiten haben. Ausserdem besteht für jeden die Möglichkeit der freien Berufswahl.

    Kommentar von: Der Weihnachtsmann - 14.09.2011, 18:20
  • Beschäftigungsförderungsgesetz von 1985, bitte mal googeln. 1985 war der gleiche Chaotenhaufen wie jetzt an der Regierung, damals hieß der Chef Kohl.
    Das Teilzeit und Befristungsgesetz wurde von der Schroedergang eingeführt. In Bezug auf die Befristungsmöglichkeiten hat sich da kaum was geändert.
    Wenn ich mich recht erinnere hat sich aus Protest gegen Schroeder und seine Politik die heutige Linke entwickelt. Viele Politiker aus der SPD und auch Gewerkschaftler haben sich damals von Schroeders Politik abgewendet und haben im Westen die sogenannte Wahlalternative gegründet. War das sachlich genug?

    Kommentar von: Arbeiter - 14.09.2011, 19:21
  • http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/verdi-chef-bsirske-haelt-schroeder-fuer-gescheitert/2351974.html

    damit wir immer schön bei der Wahrheit bleiben, hier noch ein paar Infos zu Kommentaren, die mit der Realität nichts oder nur wenig zu tun haben. Macht Euch selbst ein Bild, aber bitte ein Reales.
    Übrigens wurden auch die Montagsdemos gegen Schroeders Agenda 2010 von Gewerkschaften organisiert und die gingen eindeutig gegen die SPD und deren Politik.

    Kommentar von: Arbeiter - 15.09.2011, 03:10
  • Hallo, ich wollte auch mal was zu den befristeten Arbeitsverträgen sagen. Also ich bin jetzt seit sechs Jahren im Unternehmen und bin ein wenig skeptisch was die 2/3 befristete Arbeitsverträge angeht.
    Laut Aussage von Verdi sind von 4800 MA, 3200 befristet eingestellt. Dazu habe ich zwei Fragen.
    1. Woher habt ihr diese Zahlen?
    2. Wenn Wirklich nur 1600 MA einen Festvertrag haben dann wunder ich mich schon das im Jahr 2009 bei Amazon Bad Hersfeld bereits ca. 1700 MA unbefristetete Arbeitsverträge hatten.
    Wie kann das sein (Sarkasmus), wurden die Festverträge in befristete umgewandelt?
    So will nochmal was Allgemeines loswerden. Ich musste selber 2 Jahre um einen Vertrag zittern, also weiß ich von was ich rede. Ich bin keiner der alles von Amazon gutheißt, die machen auf menschlicher und personeller ebene genug Fehler. Doch es gibt hier manche Einträge die wirklich alles schlecht reden. Wenn ihr alle denkt, dass ihr schlecht behandelt dann kündigt doch und fangt in einem kleineren Logistikunternehmen an wo z.B. Verdi sich nicht kümmert, weil es nicht lukrativ ist. Dann werdet ihr sehen was es heißt, ungerecht und schlecht behandelt zu werden. Das ist hier Jammern auf hohem Niveau. Ich frag mich schon lange wo man für so wenig und ungelernte Arbeit ein ordentliches Gehalt a la Amazon bekommt. Denn Tot macht man sich hier nicht. Mehr kann es natürlich immer sein.
    So das wars.

    Kommentar von: witzi - 26.10.2011, 18:03
    • Hallo Witzi,

      die Zahlen stammen vom Betriebsrat und wurden auch auf unserer letzten Betriebsversammlung offiziell verkündet...

      Mein Kumpel bekommt, wie gesagt, als Ungelernter bei einer Firma im Lager 13,90 Einstiegsgehalt. Grund: IG-Metall hat dort einen Organisationsgrad von über 80 %!

      Das "Totschlagargument" "bitte geh doch, wenn es Dir nicht gefällt" zieht bei mir nicht. Was ist falsch daran die Lage der Mitarbeiter verbessern zu wollen?

      Kommentar von: Joe Hill - 30.10.2011, 01:06
  • hallo,

    ich bin seit nov.2009 bei amazon habe keinen festen vertrag...ich habe in der zeit viele leute kommen und gehen gesehen unter anderem auch welche die nach 2 jahren entlassen wurden...ohne richtige begründung...was gar nicht geht ist das die leute wenn sie ihre papiere haben wie der letzte dreck behandelt werden...einem guten bekannten wurde mit der polizei und platzverweis gedroht, weil er nicht schnell genug vom gelände runter war....frechheit wenn man bedenkt das der sich 2 jahre lang den arsch aufgerissen hat...

    ich selber habe meine eigene meinung über amazon und die ist im laufe der zeit nicht gerade besser geworden...ich habe nie irwo lange gestanden und gequatsch...ich war nie wirklich krank...habe 1,5stunden an-und abfahrt nach bad hersfeld in kauf genommen, habe meine tochter zu einer tagesmutter gegeben und sie nur 1 stunde am tag gesehen, jede überstunde habe ich mitgemacht....bin sonntags reingekommen...hatte auf dem weg zur arbeit einen autounfall und als ich nach 1woche krankenhaus noch schmerzen hatte bin ich dennoch an die arbeit gegangen...meine zahlen waren immer übern abteilungsdurchschnitt und ich war immer motiviert....dann nach 14mon haben sämtliche leute die mit mir angefangen haben einen festen vertrag bekommen nur ich nicht und die begründung war doch tatsächlich...SIE WOLLEN MIR NOCHMAL DIE CHANCE GEBEN MICH ZU BEWEISEN!!!....frech finde ich das....man gibt sein privatleben für den job auf...sieht sein kind nicht...steht völlig hinter der firma...und für was?????....für nichts....ich habe mich 14monate lang mehr als genug bewiesen und amazon wusste wie ich arbeite....der tatsächliche grund liegt wohl eher darin das ich meinen mund aufmache wenn mir was nicht passt....schleimer sind willkommen...menschen mit rückrad nicht!!!!

    Kommentar von: ich_79 - 28.10.2011, 18:35
  • Verständnis? Rücksichtnahme? Fürsorge?

    Doch für xxx, der es in Werne bis zum etwas übergeordneten „Co-Worker“ geschafft hat, ist jedoch schon dieser Zeitraum zu hoch gegriffen. „Den neuen Leuten werden im Schnitt nur zwei Tage Einarbeitungszeit gegeben. Ab dann müssen sie die Leistung bringen, die von allen verlangt wird.“ Ganz bewusst werde dabei der Konkurrenzkampf unter den Mitarbeitern angestachelt - wohl auch, um die Belegschaft als Einheit nicht zu stark zu machen. Fürsorge gegenüber Mitarbeitern? Verständnis für einen Einzelfall? Rücksichtnahme? Bei solchen Begriffen kann xxx nur spöttisch lächeln. „Die Bezeichnung ‘unsozial’ wäre noch nett ausgedrückt für diesen Arbeitgeber“, sagt er.

    Kommentar von: predoc - 14.01.2012, 15:05
  • Ein Co-Worker ist ein ganz normaler Kollege, der dich anlernt. Was soll an dem übergeordnet sein und wieso sollte man das Geschwätz von seinen Kollegen ernst nehmen?

    Kommentar von: Anna Kournikova - 15.01.2012, 16:22
  • Da muss ich Anna Recht geben. Der Co-Worker ist schon etwas länger vor Ort kennt die Prozesse und kann somit neue Mitarbeiter anlernen. Er ist keine Führungskraft und niemandem übergeordnet. "Co-Worker" ist nur ein Motivationsinstrument in der Logistik/im Lagerbereich, da die Mitarbeiter ja sonst keine Aufstiegsmöglichkeiten haben. Ein Anreiz eben besser zu arbeiten. So wird natürlich auch der Konkurrenzkampf geschürt.

    Kommentar von: Hardworker Ulla - 22.01.2012, 00:36
  • Ist denn hier wirklich jeder so scharf auf eine Vertragsverlängerung?? Dass eine Lohnerhöhung angemessen ist steht außer Frage. Aber dies will ich für meinen Post mal ausklammern: Über die Hälfte der Mitarbeiter hat qualifizierte Berufe erlernt: Ich treffe auf Handwerker, Elektroniker, Karosseriebauer, Bürokaufmänner und -frauen, Krankenschwestern, Freiberufler, welche sich etwas hinzuverdienen wollen bzw. wo das Geschäft nicht so läuft wie es laufen sollte, Abiturienten. die auf einen Studienplatz warten und Hochschulabsolventen unterschiedlicher Fachrichtungen. Viele sind nicht wirklich ortsungebunden; also nicht flexibel um der Arbeit wegen den Wohnort zu wechseln. Da sag ich nur: selbst schuld. Warum nutzt ihr nicht die Zeit bei amazon um Euch weiter zu bewerben und diese Zeit nur als Übergang zu sehen? Dann bewertet man diesen Job und die Bedingungen nicht so überdimensional. Schon alleine wegen der körperlichen Beanspruchung ist es doch für die meisten keine dauerhafte Lösung. Also nicht jammern sondern weiter bewerben.

    Kommentar von: Amazonin - 24.02.2012, 23:31
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